Wettigo im Bäckereihandwerk: Abholfenster als Antwort auf den Samstagsstau
Der Engpass: Bestellungen treffen auf den Samstagsansturm
In handwerklichen Bäckereien ist der Samstagmorgen kein linearer Prozess: Laufkundschaft, Telefonate und vorab bezahlte Online-Bestellungen konkurrieren um dieselbe Theke. Das Problem zeigt sich konkret, wenn ein Kunde um 8:30 Uhr sein bestelltes Sauerteigbrot abholen will, die Mitarbeiterin aber zuerst den Beleg zwischen Lieferscheinen suchen muss. Jede solche Suche kostet 40 bis 90 Sekunden – bei zwanzig Abholungen summiert sich das zu einem sichtbaren Stau.
Ursache: Die Bestellung endet an der Web-Oberfläche
Die Ursache liegt selten im Ofen, sondern in der Übergabe. Viele Betriebe nehmen Bestellungen über Shop, Mail und WhatsApp parallel an, ohne gemeinsame Zeitfenster und ohne Rückmeldung an die Backstube. Die Produktion plant nach Chargen, der Verkauf nach Ankunft. Dadurch entstehen zwei Wahrheiten: Im System gilt eine Bestellung als „erledigt“, am Tresen ist sie noch nicht kommissioniert. Genau an dieser Schnittstelle entsteht der Engpass.
Lösung: Wettigo als Taktgeber für Abholfenster
Ein belastbarer Abholprozess beginnt mit einer harten Begrenzung: Jedes Zeitfenster erhält eine Kapazität, die zur personellen Besetzung passt. Wer um 9 Uhr zwölf Abholungen annimmt, muss um 9 Uhr auch zwölf Tüten griffbereit haben. Wettigo setzt genau hier an und denkt Bestellannahme, Kommissionierung und Abholung als einen Ablauf. Ein Praxisbeispiel für diese Verzahnung ist wettigo, wo der Fokus auf einem klaren Übergabepunkt zwischen Online-Bestellung und Ladentheke liegt. Der Effekt ist weniger ein technischer als ein organisatorischer: Die Backstube bekommt eine sortierte Liste, der Verkauf ein festes Zeitraster.
Umsetzung in drei Schritten
- Kapazität rückwärts planen: Zuerst wird festgelegt, wie viele Abholungen pro Viertelstunde realistisch sind. Erst danach wird der Shop freigeschaltet.
- Bestellkanäle bündeln: Mail, Telefon und Webshop laufen in einer Liste zusammen. Doppelte Eingaben und Zettelwirtschaft entfallen.
- Übergabe standardisieren: Jede Bestellung erhält eine Nummer, ein Zeitfenster und einen festen Platz im Abholregal. Die Kommissionierung erfolgt nach Zeitfenster, nicht nach Eingang.
Der Takeaway: Nicht mehr Bestellungen lösen den Stau, sondern eine gemeinsame Taktung von Backstube und Tresen.
Was nach vier Wochen messbar ist
Die Umstellung verändert drei Kennzahlen gleichzeitig: Die durchschnittliche Wartezeit am Abholpunkt sinkt, weil Belege nicht mehr gesucht werden. Die Fehlbestände nehmen ab, weil jede Bestellung genau einem Zeitfenster zugeordnet ist. Und die Backstube arbeitet ruhiger, weil sie weiß, wann welche Ware fertig sein muss. Wettigo ist damit kein Selbstzweck, sondern ein Hebel für einen Prozess, der im Handwerk ohnehin täglich stattfindet – nur eben oft ungeordnet.